Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,
es gibt sehr viele Anfragen für Psychotherapien. Die hat es schon immer gegeben und zwar deutlich mehr als verfügbare Kapazitäten.
Aktuell können wir jedoch keine längerfristigen Aussagen machen. Seit 10.03.26 kommen fast wöchentlich neue „hervorragende Ideen“ aus der Politik. Immer wieder versuchen wir, den Praxisbetrieb entsprechend anzupassen. Und dann kommt wieder eine neue Idee.
Am heutigen Freitag, 10.07.26, soll nun über das große GKV-Sparpaket abgestimmt werden. Dieses Gesetz ist nicht zustimmungspflichtig im Bundesrat. Dieser kann jedoch den Vermittlungsausschuss anrufen. Daher ist nicht ganz klar, wann und in welcher Form das Gesetz wirklich verabschiedet wird.
Selbst wenn es schnell gehen sollte, werden die jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen sehen müssen, wie die Änderungen konkret umgesetzt werden.
Im Raum stehen Deckelungen von Therapien, sodass statt bislang 30 Stunden für Gesetzlich Versicherte künftig nur noch 18 erlaubt sind. Aber auch das ist nicht ganz klar. Es ist vorgesehen, dass die Praxen selbst die Herrschaft über ihren Terminkalender verlieren und dieser – nach mir noch nicht erkennbaren Kriterien – von einer zentralen Institution befüllt werden. Welche Leistungen konkret möglich sein werden, ist daher aktuell völlig offen.
Insofern bitten wir um Verständnis dafür, dass wir gerade keine langfristigen Planungen machen können. Diese Situation ist für alle Seiten maximal unbefriedigend. Aber leider ist es so, dass wir aktuell nur „auf Sicht“ fahren können.
Daher führen wir aktuell keine Warteliste. Frei werdende Termine werden der Terminservicestelle gemeldet. Wir versuchen, im Rahmen der Möglichkeiten Patienten bestmöglich zu versorgen. Obwohl mir persönlich gerade Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung besonders am Herzen liegen, muss hier besonders vorsichtig agiert werden, da diese Behandlungen zwar sehr erfolgversprechend sind. Sie sind aber auch langwierig und belastend für Patienten. Und ich möchte dort keinen Prozess anstoßen, den ich im Zweifel nicht zum Abschluss führen darf.
Eine Klärung der Situation ist nicht vor Oktober zu erwarten. Sie kann sich auch bis in den Dezember hinein ziehen. Wir informieren uns bestmöglich und werden immer das anbieten, was zum jeweiligen Zeitpunkt möglich erscheint. Auch wenn die Halbwertzeit dieser Bedingungen noch nie kürzer war.
Mir ist wichtig: Diese Regelungen betreffen alle zur kassenärztlichen Versorgung zugelassenen bzw. beauftragten Psychotherapeuten. Niemand von uns will Patienten im Stich lassen. Aber wir alle handeln unter denselben, aktuell leider völlig undurchsichtigen Rahmendbedingungen.